Häftlingsberichte

Haftbericht Häftling 0702
Aktenzeichen: ZH I - 2021 / PH
zur Vorlage bei der sächsischen Spezial- und Sonderjustiz
über das Sekretariat "Das Zuchthaus"

Prolog
Wieso ich mich plötzlich in einem Stehkäfig mit Handschellen gefesselt und einem Sack über dem Kopf in einem geheimen Zuchthaus irgendwo in Sachsen wiederfand, daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern.
In einer Akte, die auf dem Schreibtisch der sogenannten "Frau Aufseherin" lag, wurde allerdings unverständlicherweise behauptet, dass ich ein Wiederholungstäter sei. Auch daran kann ich mich nicht erinnern.
Das anwesende Zuchthauspersonal (eine sehr energische Alpha-Dame, die mit "Frau Aufseherin" angesprochen werden musste sowie eine gefühlskalte und meist in eine graue DDR-Uniform gekleidete "Frau Kaltenbach") interessierte mein richtiger Name und meine Funktion herzlich wenig. Stattdessen wurde ich ständig als Häftling 0702 angeredet und
entsprechend grob behandelt.
Lobend ist auf jeden Fall zu erwähnen, dass es ein vorbildliches Covid19-Schutzkonzept in der Anstalt gibt. Alle Neuzugänge wurden mittels eines Schnelltests auf eine entsprechende Viruslast hin untersucht. Keine Ahnung, was passiert wäre, wenn man mich positiv getestet hätte. Vielleicht eine vollständige Isolation und verschärfte Einzelhaft mit Gasmaske?

Die Aufnahmeprozedur ist wenig erfreulich für die männlichen Neuzugänge. Ich wurde gezwungen, mich vollständig vor dem weiblichen Personal zu entkleiden und man musste sich dabei dumme Kommentare zur Schambehaarung anhören. So stand ich dann also ziemlich nackt in einem kalten Verhörzimmer, wo mir zunächst die Fingerabdrücke
abgenommen wurden. Anschließend wurde ich in dem Nacktzustand mit modernster Polaroid-Technologie fotografiert. Am Ende interessierte sich das Personal für meinen After und es wurde speziell diese Körperöffnung mit Gummihandschuhen untersucht. Was es da zu Suchen gibt, ist allerdings rätselhaft. Zumindest ist diese Prozedur entwürdigend.
Möglicherweise ist das aber genau der Zweck dieser Maßnahme. Alle persönlichen Gegenstände (Uhr; Geld; Nahrung usw.) wurden konfisziert.
Anschließend wurde ich in eine Nasszelle geführt (mehrere Duschen und zwei Waschbecken in einem vergitterten Raum), wo offenbar alle Neuzugänge unter Zuhilfenahme eines Entlausungs-Mittels eine gründliche Reinigung aller behaarten Körperregionen unter Aufsicht vornehmen müssen. Glücklicherweise war das Wasser in der Dusche bei meiner Aufnahme in den Vollzug schön warm. Andere Gefangenen berichteten jedoch davon, dass dies nicht immer der Fall sein muss.
In der Dusche lag bereits die Häftlingskleidung bereit, für die ich angesichts der frischen Temperaturen in der Anstalt sogar sehr dankbar sein musste. Schick ist anders, aber Frau Aufseherin meinte dazu, dass wir hier nicht auf dem Laufsteg und bei "Wünsch-Dir-Was" wären.
Dann wurden mir Handschellen angelegt und ich in eine Zelle geführt. Diese ist circa 2,20 Meter breit und 3,30 Meter lang. Eingerichtet ist die Zelle mit einem Doppelstockbett, einem Tisch, einem Stuhl sowie einem Kübel für die Notdurft. Als besonderer Service wird Toilettenpapier gewährt.
Wenn man in die "richtige" Zelle eingewiesen wird und in der Lage sein sollte, das Fenster zu öffnen, so kann man von der Zelle aus die Kirchturmuhr in dem Ort erkennen. Die Anstaltsleitung versucht dies durch verschiedene Maßnahmen zu unterbinden, was jedoch nicht immer gelingt.

Allen Gefangenen wird aufgetragen, die Zuchthausordnung (siehe unten) auswendig zu lernen. Dazu hatte ich gefühlt mehrere Stunden Zeit. Fehlende Kenntnisse der Zuchthausordnung haben ernste Konsequenzen und führen zu teilweise sehr schmerzhaften Strafmassnahmen. Deshalb sollte hier von allen Gefangenen ein besonderer Eifer an den Tag
gelegt werden.


Die Zuchthausordnung

Die Zuchthausordnung umfasst insgesamt neun Paragraphen (GRAPSI, ALOSI, AVS).
(Mit Hilfe von GRAPSI, ALOSI und AVS ist es 0702 während der Inhaftierung relativ gut gelungen, die Titel der Paragraphen sowie die Inhalte der Zuchthausordnung zu erlernen und sinngemäß wiederzugeben.)

Diese neun Paragraphen werden ständig wie in der Schule beim Gedichtaufsagen abgefragt.
Die Gefangenen sollten tunlichst darauf achten, dass diese Ordnung jederzeit auf Nachfrage richtig wiedergeben werden kann, da es sonst sogenannte Strafpunkte gibt.
Aus diesem Grund werden die einzelnen Paragraphen daher zunächst sinngemäß widergegeben. An den genauen Wortlaut kann ich mich nicht mehr exakt erinnern. Darüber hinaus werden die persönlichen Erfahrungen mit dieser Zuchthausordnung während des Aufenthalts schonungslos dargestellt und kommentiert.


Teil I "GRAPSI" (§ 1 bis § 3)


§1:
Grundsatz
Die Zuchthausordnung regelt das gedeihliche Zusammenleben der Gefangenen.

Anmerkung zu §1 (GR)
Der Begriff "gedeihliches Zusammenleben" ist reiner Zynismus. Unter gedeihlich hat man als unschuldiger Bürger dieses Landes eine völlig andere Vorstellung als die Vollstrecker*Innen / Schergen der Willkürjustiz in diesem geheimen Zuchthaus irgendwo in Sachsen.

§2: Anweisungen durch das Personal
Den Anweisungen des Personals ist sofort und ohne Widerspruch Folge zu leisten.
Widersetzt sich der Gefangene oder kommt den Anweisungen nicht umgehend nach, so können Strafmaßnahmen verhängt werden.

Anmerkungen zu §2 (AP)
Der mündige und mitdenkende Staatsbürger ist in dieser Einrichtung nicht gefragt. Eher geht es darum "das Maul" zu halten, nichts zu hinterfragen und egal wie absurd und merkwürdig die Anweisungen des Personals sein mögen, sollte man diese - falls möglich - stoisch zu befolgen. Das ist natürlich sehr schwierig für denkende und kreative Menschen, aber gerade das scheint der tiefere Sinn dieser Regel zu sein. Falls man einzelne Anweisungen hinterfragt, so muss man jederzeit damit rechnen, dass einem ein Knebel verpasst wird und man auf diese Weise mundtot gemacht wird. Mit anderen Worten: Kritische Fragen und selbständiges Denken sind in dieser Anstalt nicht erwünscht.

§3: Sicherheit
Zur Gewährleistung der Sicherheit im Zuchthaus müssen die Gefangenen außerhalb der Zelle mindestens mit Handschellen gefesselt sein. In besonderen Fällen ist auch das Anlegen von Fußschellen geboten.
Bei Wiederholungstätern oder bei schweren Verstößen ist der Gefangene auch in der Zelle an den Händen und gegebenenfalls Füßen zu fesseln.

Anmerkung zu §3 (SI)
Unter Eisenmangel muss hier im Zuchthaus niemand leiden. Standard ist eine Fesselung der Hände meist auf dem Rücken. Häufig werden auch Fußschellen angelegt. Dabei handelt es sich in der Regel um die "Clejuso No. 8". Diese Fußfesseln sind auf Dauer sehr schwer, scheuern an den Fußknöcheln und sind daher sehr unangenehm beim Laufen. Für "besondere" Insassen gibt es auch noch passende Halseisen aus Metall. In den Zellen wird man in besonderen Fällen durch weitere Ketten an der Wand fixiert. Um die Orientierung zu erschweren muss meistens bei der Überstellung in andere Etagen oder Räume ein blickdichter Kopfsack getragen werden. Für ganz schwere Fälle gibt es darüber hinaus noch spezielle Ledermasken, die die Wahrnehmungsfähigkeit einschränken sollen.
Als weiteres Zwangsmittel stehen im Zuchthaus Zwangsjacken zur Verfügung, die insbesondere in Verbindung mit Fußschellen die Bewegungsfreiheit gegen Null reduzieren. Darüber hinaus ist als alternative Fesselmethode ein Baugurt mit gummiartigen Handschuhen verfügbar. Dieses Zwangsmittel schränkt die Benutzung der Hände und Finger massiv ein. Mit etwas Geschick kann man sich aus diesen Teilen jedoch befreien. Sehr gewöhnungsbedürftig ist es, dass speziell ausgewählte Gefangene aus "Sicherheitsgründen" von dem weiblichen Personal einen Keuschheitskäfig angelegt bekommen. Man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Fesselungen zum Teil sehr willkürlich als Strafmaßnahme eingesetzt werden und nicht nur der Erhöhung der Sicherheit im Zuchthaus dienen.


Teil II "ALOSI" (§ 4 bis § 6)

§4: Alarm
Das Betätigen des Alarmknopfs in den Zellen ist außer in Notfällen strengstens verboten.
Eine missbräuchliche Betätigung führt zum sofortigen Verweis aus der Anstalt.

Anmerkung zu §4 (AL)
Ein Funktionstest der Alarmanlagen in den Zellen durfte nicht durchgeführt werden. Dabei wäre es aus Gründen der Sicherheit eigentlich schon wichtig zu wissen, ob diese Alarmknöpfe im Notfall tatsächlich funktionieren oder ob es sich nur um Attrappen handelt. In welche Anstalt die Häftlinge bei missbräuchlicher Benutzung verlegt werden, ist nicht bekannt.
Ich kann aber dennoch nur dringend anraten, den Knopf "Rufen" auf keinen Fall zu betätigen. Hier versteht die Anstaltsleitung offenbar absolut keinen Spaß und es hat mit Sicherheit gravierende Konsequenzen für die Insassen zur Folge.

§5: Ordnung und Sauberkeit
Die Gefangenen müssen die Zelle jederzeit in einem sauberen und ordentlichen Zustand halten.
Nach dem Aufstehen ist das Bett zu machen. Dieses darf während des Tages nicht benutzt werden.
Der Toilettenkübel, der für die Notdurft zu Verfügung gestellt wird, ist morgens von den Gefangenen zu leeren und gründlich zu reinigen.

Anmerkung zu §5 (OS)
Angesichts der Größe der Zellen, der sehr überschaubaren Anzahl der Möbel und wenigen zugelassenen Gegenstände ist das Einhalten der Ordnung und Sauberkeit eigentlich nicht so schwer. Um ein wenig Privatsphäre zu schaffen, bietet es sich für die Bewohner der Zellen an, das runde Sichtfenster an der Tür mit Toilettenpapier zu auszustopfen. Dies mag das Personal nicht so gern, dieses ist aber laut Zuchthausordnung auch nicht verboten. Die so geschaffene Privatsphäre ermöglicht die eigentlich unerwünschte Benutzung des Betts in der Zelle außerhalb der dafür vorgesehenen Zeiten.

§6: Inspektion
Frau Aufseherin oder die Personale sind jederzeit befugt, die Zelle zu inspizieren. Wenn die Zellentür geöffnet wird, haben sich die Gefangenen unverzüglich neben das Bett zu begeben, die Hände auf den Rücken zu legen und in Richtung Fenster zu blicken.

Anmerkung zu §6 (I)
Diese Regel wird gerne genutzt, um Strafpunkte zu verteilen. Ist man nämlich zu langsam und steht nicht schnell genug neben dem Bett, so wird dieses vermeintliche Fehlverhalten gnadenlos bestraft. Es gibt allerdings Situationen, in denen der zweite Teil der Regel von den Gefangenen nicht umgesetzt werden kann.
1. Beispiel: Dunkelzelle ohne Bett und Fenster. Wohin soll der Gefangene hier blicken?
2. Beispiel: Gefesselt im Bett, dann sind ein Aufstehen und das Befolgen der Regel nicht möglich.
3. Beispiel: Verpackt in eine Zwangsjacke am Boden liegend. Auch hier besteht keine Chance diese Regel zu befolgen.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch das Aufsichtspersonal verbotene Gegenstände in die Zelle verbracht werden, um weitere Anlässe für Strafmaßnahmen zu
schaffen.


Teil III "AVS" (§ 7 bis §9)


§7:
Arbeitspflicht
Die Gefangenen haben die zugewiesen Arbeiten sofort und mit dem gebotenen Eifer zügig auszuführen. Arbeitsverweigerung wird bestraft.

Anmerkung zu §7 (A)
Das Spektrum der möglichen zugewiesenen Arbeiten (ich möchte das hier an dieser Stelle als Zwangsarbeit bezeichnen) ist groß.
Zu nennen sind unter anderem Reinigungstätigkeiten in der Anstalt, wie z.B. das Säubern der Ritzen des Holz-Fußbodens mit einer Zahnbürste. Auch das Einsammeln und Zählen von Trockenerbsen in der Nacht kann zu den möglichen Aufgaben zählen. Das Schälen von Kartoffeln wäre eine weitere Aufgabe, wo man als Häftling allerdings durchaus einen gewissen persönlichen Nutzen erkennen kann. Glücklicherweise lag draußen kein Schnee mehr, so dass die angedrohte Tätigkeit des Schneeschippens entfallen konnte. Auch das Einsammeln von Hundescheiße auf dem Gefängnishof wurde glücklicherweise nicht als Aufgabe erkannt. Zu den zugewiesenen Arbeiten kann weiterhin das Putzen der Stiefel von Frau Aufseherin bzw. von Frau Kaltenbach gehören.
Einsätze außerhalb der Anstalt in der Landwirtschaft bei der Spargelernte, im Tagebau, als "Rider" (ohne Fahrrad) bei Lieferando oder als "Picker" oder "Packer" bei Amazon sind bisher nicht bekannt worden. Die meisten der zugewiesenen Zwangsarbeiten müssen die Gefangenen in gefesseltem Zustand ausführen. Eine Ausführung der Insassen und ein Einsatz im öffentlichen Raum zur Erfüllung nützlicher Aufgaben für die Allgemeinheit in einer sogenannten "Chain-Gang" konnte auf Grund von Ausstattungsmängeln (fehlende Ketten) und Personalmangel nicht realisiert werden.

§8: Verpflegung
Die Gefangenen haben die dargebotene Nahrung und Getränke vollständig und zügig aufzuessen bzw. auszutrinken. Trödeln oder eine Nahrungsverweigerung wird betraft.

Anmerkung zu §8 (V)
Besteck scheint es in der Anstalt nicht zu geben, nicht einmal Löffel wurden ausgereicht. Dies erschwert die Aufnahme von dargebotener schleimiger oder breiiger Nahrung ungemein. Insofern ist im Beschaffungswesen darauf zu achten, zumindest eine ausreichende Anzahl von Löffeln bei der Verwaltung zu beantragen.
Ein Speiseplan mit entsprechenden Auswahlmöglichkeiten (Menü 1 bis 4) fehlt noch. Leider kann der Lieferservice der örtlichen Pizzeria oder anderer gastronomischer Betriebe vor Ort nicht in Anspruch genommen werden. Da das Bargeld, die entsprechenden Bankkarten sowie die Mobiltelefone bei der Aufnahme konfisziert wurden, ist es natürlich als Häftling auch schwierig auf externe Caterer zurückzugreifen. Stattdessen erfolgt die Darreichung der Nahrung je nach Laune des Personals auch in Bettpfannen oder auch alten Email-Schüsseln und dient offenbar dazu, die Gefangenen weiter zu demütigen. Besonders perfide ist es, wenn zur Nahrungsaufnahme die Hände auf dem Rücken gefesselt werden oder die Nahrung kniend auf dem Fußboden im Zellengang zu sich genommen werden muss.
Zum Speisenangebot ist anzumerken, dass dieses noch weit entfernt ist von moderner Gemeinschaftskost. Ob die Darreichung von geschmacklosem Kartoffelbrei ohne Salz aus medizinischen Gründen als Schonkost angesetzt war oder ob es sich um eine weitere perfide Strafmaßnahme handelte, kann nicht abschließend beurteilt werden.
Insgesamt könnte der Gemüseanteil bei der Nahrungsdarreichung erhöht werden. Auch Salatbeilagen und leckerer Nachtisch fehlen noch. Schläge als "Nachtisch" sind keine echte Alternative. Eine solide Qualität bietet jedoch bereits das Sonntagsfrühstück mit dunklem Brot und Aufschnitt. Sogar zwei kleine Tomaten gab es dazu. Allerdings gehört nach gängiger Auffassung zu einem Sonntagsfrühstück auch ein gekochtes Ei. Die notwendige Butter wurde offenbar in der Anstaltsküche vergessen.
Bei den Getränken wird den Gefangenen immerhin den ganzen Tag über Zugang zu Trinkwasser aus einer Flasche gewährt. Weniger erbaulich war jedoch das spezielle sächsische "Mineral-Wasser" mit einem sehr eigentümlichen Geschmack. Im Handel ist dieses so nicht erhältlich. Nachts erfordert die Getränkeaufnahme in einem gefesselten Zustand akrobatische Fähigkeiten von den Häftlingen, so dass nicht immer der Durst gelöscht werden konnte.
Das Wohlverhalten und das Befolgen von Regeln durch die Gefangenen können bei den dargereichten Getränken sogar dazu führen, dass es zum Frühstück einen richtigen Bohnenkaffee gibt. Jedoch kann dieses Privileg bei irgendwelchen Verfehlungen wieder sehr schnell entzogen werden.

§9: Strafmaßnahmen
Bei Verstößen gegen die Zuchthausordnung sind die Personale befugt, eigenständig Strafmaßnahmen zu verhängen.
Hierzu zählen insbesondere verschärfte Fesselungen, Haftverschärfungen, Nahrungsentzug sowie körperliche Maßregelungen.

Anmerkung zu §9 (S)
Der §9 scheint der absolute Lieblingsparagraph der angetroffenen Personale (Frau Aufseherin; Frau Kaltenbach) zu sein. Im Hinblick auf die Umsetzung hat man in der Anstalt im Laufe der Zeit eine besondere sadistische Ader entwickelt, um die Häftlinge nicht nur zu mit sehr grenzwertigen Methoden und Praktiken zu bestrafen, sondern auch noch zu demütigen. Menschenwürde und Mitleid sind offenbar Fremdworte in dieser Einrichtung. Das Personal ist gerade zu erpicht darauf, sogenannte Strafpunkte zu verteilen, um dann die Häftlinge mit großem Genuss zu Quälen. Über die vorgenommenen Fesselungen wurde bereits oben berichtet.
Äußerst beliebt bei dem sadistisch verlangten Personal sind die Körperstrafen. Hier gibt es in der sogenannten "Strafkammer" vielfältige Schlagwerkzeuge. Die Delinquenten werden gezwungen sich auf einen Strafbock zu legen. Alternativ können die Prügelstrafen auch stehend und in Handschellen gefesselt an der Wand vollzogen werden.
Sogenannte Haftverschärfungen bestehen darin, dass die Gefangenen in spezielle Zellen verbracht werden können. Sehr beliebt im Vollzug ist die Dunkelzelle, die aber auch zum Schlafentzug durch den Scheinwerfer an der Decke in eine Hellzelle verwandelt werden kann. Im Keller der Anstalt befinden sich weitere "Spezial-Behandlungsräume", darunter das sehr gefürchtete "Loch". Diese Räumlichkeiten konnten bei dem Aufenthalt im Zuchthaus diesmal nicht persönlich in Augenschein genommen werden.
Ob in einzelnen Räumen spezielle Foltertechniken wie Waterboarding durchgeführt werden können, bleibt somit weiterhin ein Geheimnis in dieser Anstalt. Die "Praxis" ist ein medizinischer Behandlungsraum. Hier sollen eigentlich medizinische Untersuchungen ausgeführt werden. Ganz freiwillig geht es hier nicht zu, da der Behandlungsstuhl eine vollständige Fixierung der vermeintlichen Patienten ermöglicht. An den Patienten werden zum Teil medizinisch sehr "ungewöhnliche Therapien" durchgeführt. So werden u.a. Einläufe als Strafmaßnahme vollzogen, Elektroschockgeräte anal eingeführt oder die Genitalien der männlichen Insassen traktiert.
Beim Verlassen der Zelle muss meist ein Kopfsack getragen werden. In den anderen Fällen eine Gasmaske. Ob dies dem vorbildlichen Corona-Hygienekonzept geschuldet war oder ob es sich um eine Strafmaßnahme handelte, konnte nicht abschließend geklärt werden.

Weiterer Regelungs- und Handlungsbedarf

Viele Dinge im Zuchthaus sind aktuell noch nicht geregelt. Rechte von Gefangenen scheint es in der Zuchthausordnung so gut wie gar nicht zu geben. Hier muss die Anstaltsleitung noch weitere Regeln erlassen.

Sport, Freizeit, Medien

In der Regel ist Sport eine gute Sache. Der Frühsport in der Anstalt diente jedoch nicht so sehr dazu, die Häftlinge zu erfreuen. Viel mehr konnte man den Eindruck gewinnen, dass der "Sport" eher als eine weitere Strafmaßnahme zu werten ist. Mangelnder Eifer führt ebenfalls dazu, dass die Gefangenen Strafpunkte sammeln konnten, obwohl dies in der Zuchthausordnung so nicht geregelt ist. Weitere sinnvolle Freizeitangebote gibt es nicht. Einzige Ausnahme war ein perfides Mikadospiel bei dem man als Verlierer weitere Strafpunkte sammeln konnte. Ob es für den Gewinner des Spiels Vergünstigungen gab, ist nicht bekannt. Des weiteren gibt es auf den Zellen außer der Zuchthausordnung keine weitere anspruchsvolle Lektüre. Auch elektronische Geräte wie E-Book-Reader, Taplet, Smartfon usw. werden nicht erlaubt, obwohl die Zuchthausordnung hierzu keinerlei Aussagen trifft. Entsprechende private Geräte der Häftlinge werden willkürlich konfisziert. Eine Rechtsgrundlage hierfür wird nicht genannt. In den Zellen gibt es weder (schnelles) Internet noch lineares TV. Nicht einmal ein Radioempfang wird ermöglicht. Die Bits und Bytes in der Anstalt sind offenbar noch vollständig analog. Langeweile fördert die Frustration und Aggressivität der Gefangenen. Daher sind den Gefangenen in Zukunft niveauvolle Freizeitbeschäftigungen darzubieten. Im Zuge der Vorbereitung auf eine Resozialisierung sollte Zugang zu Medien bei guter Prognose als Belohnung gewährt werden.

Besuch und soziale Betreuung

Besuch durch nahe Familienangehörige durfte - soweit ich dies beobachten konnte - keiner der Gefangenen während der Haftzeit empfangen. Rechtlicher Beistand wurde ebenfalls nicht gestattet, was in einem Rechtsstaat ein Justizskandal ist. Nicht einmal geistlicher Beistand durch einen Gefängnisseelsorger*in wurde den Gefangenen angeboten. Auch Sozialarbeiter*innen und Psycholog*innen gibt es in der Anstalt offenbar nicht. Hier ist in der Zuchthausordnung dafür Sorge zu tragen, dass diese elementaren Rechte den Gefangenen zugestanden werden.

Verhöre und Folter

Die Verhöre unter Verwendung von Elektroschockern, um die Gefangenen zu einem Geständnis zu zwingen, verstoßen eindeutig gegen Menschenrechtskonventionen. Das Anlegen von sogenannten Spike-Ringen im Genitalbereich gehört sicherlich nicht zu den üblichen Vollzugsmaßnahmen. Derartige Dinge müssen unverzüglich unterbunden werden.

Körper-Hygiene und Bekleidung

Auch wenn dies nicht in der Zuchthausordnung geregelt ist, so wird doch auf ein gewisses Maß an Körper-Hygiene Wert gelegt. In der Regel wird es den Gefangen tatsächlich nach der Morgentoilette ermöglicht, zu duschen und sich die Zähne zu putzen. Rasieren hingegen ist ein besonderes Privileg, das leider nicht immer gewährt wird.
Ein einheitliches Bekleidungskonzept konnte vor Ort nicht festgestellt werden. In der Kleiderkammer befinden sich sehr unterschiedliche "Outfits" für die Gefangenen. Allerdings fehlt es in der Anstalt an passender weißer Unterwäsche (z.B. aus alten Militärbeständen zur Weiternutzung in der Justiz). Für die Nacht konnte jedoch teilweise passende Nachtwäsche (alte Nachthemden aus Bundeswehrbeständen) bereitgestellt werden. Positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass die Anstalt über "entzückende" Patientenkittel sowie in der Krankenstation über sehr praktische OP-Hemden verfügt. Das Recht auf körperliche Hygiene und eine angemessene Bekleidungsausstattung der Gefangenen sollte daher in der Zuchthausordnung geregelt werden.

Medizinische Versorgung

Zunächst ist positiv anzumerken, dass es innerhalb der Einrichtung eine Krankenstation / medizinische Praxis gibt. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die medizinische Versorgung der Gefangenen hier offenbar nicht im Mittelpunkt steht (siehe auch die Anmerkungen zu §9). Ein approbierter Anstaltsarzt, examinierte Krankenpfleger oder
Physiotherapeuten gehören jedenfalls nicht zum regulären Personalbestand in dieser Einrichtung. Stattdessen werden die Behandlungen von Frau Aufseherin bzw. Frau Kaltenbach durchgeführt. Einen Qualifikationsnachweis konnten die beiden Damen nicht vorlegen.
Die Durchführung von Einläufen zur Zwangsentleerung der Därme dient offenbar der Belustigung des Personals und ist nicht einer klinischen Indikation geschuldet. Nach Beendigung der Prozedur wurde die Öffnung des Anus mit einem speziellen abschließbaren Metallstöpsel (Asslock), wie dieser aus dem sogenannten BDSM-Bereich bekannt ist,
blockiert. Die Entfernung der Schambehaarung im Genitalbereich dient offenbar auch nur dazu, dass Peniskäfige, Elektroden oder mit Dornen gespickte Ringe besser an den Probanden appliziert werden können. Eine medizinische Notwendigkeit ist nicht erkennbar.
Das Einführen von Kathetern in die Harnröhre wird zur Gewinnung spezieller Körpersäfte genutzt, die im weiteren Verlauf den Häftlingen in Form einer "Eigen-Urintherapie" oral zugeführt werden. Außer einer Demütigung der Gefangenen ist der gesundheitsfördernde Nutzen dieser Maßnahme empirisch nicht belegbar.
Weiterhin ist die Anstaltsleitung sehr darauf erpicht, den Häftlingen Sperma zu entnehmen.
Es wird sehr stark vermutet, dass dieses dann illegal auf dem Schwarzmarkt bzw. im Darknet angeboten wird.
Insgesamt wird angeraten, die angewendeten Praktiken in der sogenannten Klinik in der Haftanstalt durch einen medizinischen Gutachterausschuss überprüfen zu lassen.

Schlussbemerkung

Dieser Bericht basiert auf den Erfahrungen, die im Rahmen einer Inkognito-Ermittlung vor Ort im März dieses Jahres gewonnen worden sind.
gez. Dr. Horst
Geheimer Regierungsrat im sächsischen Spezial- und Sondervollzug

 


March 2019

I arrived at the prison as instructed at 6-45 pm on friday 1st march 2019. I rang the bell and waited, hearing the clicking of high heels approching. The door was opened and I was asked my name and told to came in. I was led down to the office by the warden (Madame Charlotte) and the guardess.
Once in the office I was told to strip and my clothes were taken away. I was inspected by the warden and asked why I was here. At the second attemped I said I was here to be punished for the weekend for the weekend. I was given my prison unform and told to knee so that the guardess could place a collar on my neck which I have had to wear thoughout my stay. I was than taken to a cell with a long cage that I was told to get into and this cage was locked, the cell door was also locked and the light was turn off, I was left alone with my thoughts for about two hours.
After two hours the wardens came to the cells and I was ordered out of the cage and instructed to ollow her, the warden was holding some high heel red shoes and the warden asked me to put them on and walk in them. When it became obvious that I could not walk in them, I was canned with twelve stokes? and taken back to the cell with the cage told to put the shoes on and get inside and that I had to keep the shoes on if I can´t walk in them. I was again left in the cage in the dark.

After another period of time I was taken from the cell with the cage to another cell with a bed a table, this was to be my home for the rest of my stay and it also contained a bucket to pee and two chairs. I was again left locked in the dark for
the night. When you are in the cell you hear the noise of the ladies talking and getting other prisoners from the cell and you listen for the click of the heaals fearing that they may stop outside your cell and wondering what fate the ladies have in store.

The next morning again you hear the ladies approching not .... if it is just the guardess or the warden is also with her. Each morning you are led to the shower by the guardess and told to strip and shower while she relax with coffee on a chair so she can see what you are doing. Once showering is complete then you led back to your cell and told to take your pee bucket for cleaning, following this you are placed back in your cell.

On Saturday I was allowed to try and place her new riding boots on her feet, this is following a night of me trying to strech the boots in my cell, spending several hours working on them thoughout the night.
Unfortuatly I had not done a good enough job and had failed the warden as they would not zip up completely so I was sentenced to 30 stokes for my failure to be by the guardess, I was led to the punishment cell and strapped down and given my punishment. Once complete I was ordered not to put my pants back on but told to follow the guardess down stairs. I was led to another room where the warden was waiting with rubber gloves on and told to lie down on the table and my legs with placed in my place and I was strapped down with my arse and cock and balls on ... for the warden.Once the warden was ready I was told that I would be inspected and a tens machine would be used, with this electric pads were place on my chest and the warden placed a electric probe into my arse having first place her finger inside. Once all in place the program was started and the pain began. Again I failed thewarden when following a slight touch of mylower cock and balls by the warden made me slightly cum which displeased the warden. I was then returned to my cell. The warden later came to tell me that I would now be helping in the kitchen but first I need to remove her boots and give her a feet massage and lick and suck her feet and toes. I spend the rest of the night preparing food and washing up extra.

On Sunday again the routine os shower took place and this was followed by a period of work in the kitchen preparing coffee and breakfast for the warden and the guardess. After breakfast I was led back to my cell and left for an hour then again the click of the heelsappproched and I was led to the punishment cell and strapped bare arse to the A frame by the guardess and told to wait. After a few minutes the warden arrived and told me that she had a new thicker cane she wanted to try on me and I was given ten hard and painful stokes, then she said she wanted to compare it against another thinner and again I was given 10 stokes. Following the canning I was taken back to my cell and told to lick the wardens new boots and then told to clear mycell and clean the bathroom. Following this I was sent to the kitchen to prepare lunch. Following the lunch service I was returned to my cell to write this report.

Good points of the weekend:
- ... made prison experience
- the building is exellent
- the warden + guardess take there rolls very seriously
- the clicking of heels and the not knowing if they are coming for you
- discipline
- punishments
- the power of the ladies
- the uniforms and clothes of the ladies
- the care and understanding of the ladies
- the staff are not faking it they are very serious in what they do

Do not came expecting it to be easy it is not but if you like this type ofthing then it is fantastic and
worth it.

Prisoner David


Bericht an das Justizministerium
Über die Erziehungshistorie des Häftlings Sven

I Vorgeschichte
Im Jahr 2009 erhielt ich meinen ersten Haftbefehl. Eine Nachbarin hatte mich angezeigt sie im Hausflur beobachtet zu haben. Die Haft trat ich in einem renommierten Düsseldorfer Studio an und sie dauerte drei Tage. Dort erlebte ich Fesselungen, Suspension-Bondage, Spanking und „Zwangsernährung“. Allerdings auch den gesamten Studioalltag.
Als Auflage erhielt ich, eine gesamte Woche lang nur Nudelsalat mit Toastbrot zu essen. Diese Auflage hatte ich nicht zu erfüllen geschafft. Also bin ich abgetaucht.
2018 passierte es schließlich.
Das Matriarchat hatte mich aufgespürt, mir am Waldrand aufgelauert und mich entführt. Anschließend befand ich mich vier Tage lang in der Gewalt einer Häscherin. Auch hier gab es ein Ernährungsprogramm und ich lernte so ziemlich jedes mittelalterliche Fesselkonstrukt kennen.

II Zuchthaus Großenhain
Damit, dass mir erneut ein Haftbefehl ausgestellt wurde, hatte ich nicht gerechnet. Es muss jedoch damit zusammenhängen, dass das Justizministerium mit dem Abschlussbericht der Häscherin nicht ganz einverstanden war. Da ich wusste, was auf mich zukommen würde, wenn ich wieder abtauchte, trat ich meine Haft lieber gleich freiwillig an. Wie sich herausstellte, hatte die Damenwelt Spitzel auf mich angesetzt, weil sie wohl ahnten, dass ich rückfällig werden würde - und so war es auch!
Als Insasse des Zuchthauses erlebe ich ein großes Erwachen. Hier herrscht Strenge und Konsequenz. Ambiente, Geräuschkulisse und Auftritt des Gefängnispersonals wirken sehr einschüchternd. Dass ich essen muss, was mir vorgesetzt wird, auch unter Anwendung von Körperstrafen, wird mir sicherlich zu größerer Disziplin verhelfen.
Hier passiert nur das, was die Wärterinnen zulassen. Diese sind autoritär und streng, jedoch behandeln sie mich bisher gerecht. Ungehorsam wird nicht geduldet.
Eine gewisse Willkür der Maßnahmen, auch unter zeitlichen Gesichtspunkten, lassen einen mitunter unbehaglich in der (Zelle) verharren. Oder wo man auch immer gerade eingesperrt wurde. Man ist nur noch sehr eingeschränkt Herr seines eigenen Körpers und bekommt dies regelmäßig zu spüren.

III Die Unterschiede
Die wesentlichen Unterschiede zu meinen bisherigen Hafterlebnissen bilden die Kulisse, aber insbesondere auch die Expertise und Persönlichkeiten der für mich abgestellten Zuchtmeisterinnen. Diese verweisen einen schnell in die Schranken, sollte man sich einmal aus seinem Loch hervortrauen. Nicht zu vergessen die bisher ungekannte Konsequenz.

IV Ablauf im Zuchthaus
Fr. 1.3., 17:15
Gleich zu Beginn meines Haftantritts werden mir Handschellen angelegt und ich werde in meine Zelle bugsiert.
Mein Rucksack wird mir abgenommen, aber Sachen und Schuhe behalte ich an. So sitze ich hier bestimmt eine halbe Stunde bis man mich abholt und in einem Käfig im Verhörzimmer sperrt. Hätte ich gewusst, dass diese Zelle später die meine werden sollte, hätte ich dort ganz gut Schlüssel für die gängigen Handschellenmodelle hinterlegen können.
Die Zelle ist karg, nur ein Bett, eine Heizung und ein Fenster, zzgl. ein Pisspott.
Das Verhör bzw. die Aufnahme verläuft kurz und schmerzlos. Ausziehen, Sachen abgeben, Name, Wohnort, Haftgrund, einige Regeln. Ich bekomme einen auf Kante genähten orangenen Overall und werde wieder auf die Zelle geführt.
Die Erinnerung ist schon sehr verschwommen, weil ich super aufgeregt war. In unregelmäßigen Abständen ging das Licht an und ich musste hastig vom Hochbett herabsteigen, als die Wärterinnen hereinkamen. Eine Flasche Wasser kam hereingeflogen. Ein anderes mal wurde ich auf die Knie gezwungen und musste die Stiefel der Aufseherin mit der Zunge glatt polieren. Dazwischen Phasen der Dunkelheit und der Stille. Auf dem Gang waren Stiefel zu hören und Hand- und Fußschellen klirrten. Manchmal schlug jemand von außen an die Tür. So sitze ich eingeschüchtert in meiner Zelle, nicht wissend, was wann geschehen wird. In einem Moment wird die Tür aufgeschlossen und zwei Wärterinnen, die Aufseherin und „Keller“ poltern in die Zelle. Laute Stiefel auf dem Holzboden. Mir werden Handschellen hinter dem Rücken angelegt und an der Kette gehalten werde ich rückwärts aus der Zelle gezogen. Kaum draußen - ich sehe nichts wg. einer Augenbinde - haken sich links und rechts die Wärterinnen bei mir ein und führen mich ab.
Den Gang rauf und runter und ich kann mich nicht wehren. Währenddessen drückt mir eine der Wärterinnen ein Essigtuch ins Gesicht, durch das ich atmen muss. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl von Nähe, Dominanz und Ausweglosigkeit. Zurück in der Zelle werde ich noch gedemütigt, indem meine Hose heruntergezogen wird und mein Penis stimuliert wird. Plötzlich lassen beide von mir ab und verschwinden unverrichteter Dinge. Schade ;-)
Sehr viel später rumpelt es erneut an der Tür. Die Aufseherin und Keller betreten den Raum lautstark. Die Fußschellen einer Transport-Fesselkombination donnern auf den Holzfußboden und ehe ich mich versehe, bin ich gefesselt und werde die Treppe hinunter geschleift und auf einen Stuhl in einen kleinen Raum gepflanzt. Gegenüber auf dem Stuhl nimmt die Aufseherin Platz. Vor ihr liegt ein schwarzer Stock. Sie deutet mit ihren Blick auf eine Blechschale vor mir. Darin befinden sich eine Portion Nudelsalat mit Mayonnaise, zwei Bockwürstchen und ein Haufen Senf. Kein Besteck. Die Aufseherin will, dass ich esse. Widerwillig schlecke ich den Nudelsalat auf und würge die Senfwürstchen herunter, bevor schlimmeres passiert. Kurz darauf werde ich zurück in die Zelle geschleift. Die Fesselkombination bleibt mir erhalten, aber aus irgendeinem Grund verliere ich das Recht auf die Bettdecke... zu langsam aufgestanden.
Die Fesselkombination macht einen vollkommen wehrlos.
Ich friere etwas in der Nacht, weil die alte Pferdedecke nicht besonders warm hält, die auf dem zweiten Bett zu finden war.

2.3., Tag zwei
Zum Glück kann ich ausschlafen. Irgendwann häufen sich die Schritte auf dem Gang. Gefängnisbetrieb. Dann bin auch ich dran. Die Dusche befindet sich direkt ggü. von meiner Zelle und muss ich hin. Die Dusche selbst ist auch eine Zelle (!) und den Weg dorthin trage ich Handschellen - no escape !! Während ich Dusche werde ich von Keller beobachtet, die draußen Platz genommen hat und ein Getränk aus einer Kaffeetasse der DB trinkt. Kurz darauf das gleiche Programm vom Vorabend. Überfallartiges Anlegen der Fesselkombination, Schleifen in den „Speiseraum“ und vor mir steht derselbe Fraß und zwar schon zum Frühstück ... oder eher Mittag. Ich zwinge es herunter. Echt böse. Doch als ich einen Witz mache, um die Gesichtszüge von Frau Keller zum Leben zu erwecken, bringt mir das lediglich mehrere Stunden Zwangsjacke ein. Ein Teil davon im Keller, wo es mir zu kalt ist. Später, wieder in meiner Zelle, zeigt mir die Zwangslederjacke sehr lange, dass ich ihr gehöre, in dem sie mich hält.
Das Nachmittagsessen findet auf meiner Zelle statt. Gegenüber von meinem Tisch bauen sich die Aufseherin und Keller bedrohlich auf. Ich blicke auf ein Lederpaddle und eine Uniform, an deren Gürtel ein paar Handschellen baumeln. Ein mitunter applizierter Schlag auf die Tischplatte fördern meinen „Appetit“. Das Essen ist fürchterlich. Drei Salatblätter, die in Essig getunkt wurden. Ich konzentriere mich auf die Kartoffeln, doch zu meinem Leidwesen reichert Keller diese im gleichen Augenblick mit einer Tasse Essig an. Auch dieses Mahl würge ich herunter, kann es mir allerdings
nicht verkneifen, mein Wachpersonal einige Male zu provozieren, das mir wie angewurzelt gegenübersteht. Leider ging das schief. Kurz darauf werde ich auf den Bock geschnallt. Die Aufseherin holt das Lederpaddel und schlägt zu, und zwar so fest, dass ich sofort keine Lust mehr habe auf mehr. Sie hat allerdings nicht aufgehört, sondern nach weiteren Schlägen mit dem Leder, kam noch das Holzpaddel hinzu. Von Aufwärmen keine Rede. Der erste Schlag war voll drauf. Ich konnte einen Gurt zerreißen, aber Keller hielt mich fest. Nach zwei weiteren Hiebe war ich durch.
Ich verbringe schon einige Zeit in meiner Zelle und bemitleide meinen Hintern, als sich die Tür erneut öffnet und ich ins Erdgeschoss geführt werde. Dort wartet ein Segufix-Bett und „Dunkelheit“ auf mich. Zwischendurch erscheint die Aufseherin und spielt mir an den Eiern, zwar super sanft, aber für mich eine Grenzerfahrung. Trotzdem das Segufix human locker angelegt ist, komme ich dennoch nicht heraus.
Dann, liebes Justizministerium, geschieht etwas Unglaubliches. Mir wird eine Stoffmaske mit Nasenlöchern und zudem Lederfäustlinge angelegt. In Handschellen werde ich aus dem Zuchthaus heraus in den Kofferraum eines Autos verfrachtet, das gleich darauf losfährt. Angeblich geht es zu einer Party. Oh nein, ich mache mir fast ins Hemd. Hoffentlich haben die mein Spray dabei. Nur wenige Autominuten später ist die Fahrt zu Ende. Ich verlasse den Kofferraum und muss breitbeinig vor der Motorhaube posieren. Ich nehme an für ein Photo der Serie „halbverhungerte Zuchthäusler“. Dann werde ich rechts und links ergriffen, die Keller presst mir ein Essigtuch ins Gesicht und ich
werde abgeführt. Irgendwo draußen auf einem Weg, nachts, kalt, es riecht nach Essig. Am Rande eines Feldes werde ich angewichst. Krass! :-) Ich will nicht, dass es endet, aber ich friere mir den Arsch ab.
Die Nacht muss ich mit Lederfäustlingen verbringen. Abendessen gibt es nicht. Fluch und Segen, den mir ist fast schlecht vor Hunger.

3.3. Tag drei
Ich wache mit Kopfschmerzen auf, die sich erst legen, nachdem ich Stunden später eine Tablette nehme. Mir ist auch kalt, weil ich zu wenig gegessen hatte. Während ich versuche weiter zu schlafen, höre ich, dass manche Häftlinge problemlos 20 Schläge mit voller Wucht aushalten und dabei wohlig schnurren. Oder war das gestern? Die Zeit gerät durcheinander. Man scheint mir zu vertrauen, dann die Fesselungen werden heute spärlicher. Eine Unachtsamkeit meinerseits bringt mich allerdings dafür nach der Dusche gleich wieder ins Bestrafungszimmer. Offensichtlich bin ich auch für das schwere Lederpaddle ungeeignet, aber zum Glück kriege ich etwas Erleichterung mit dem Flogger.
Frau Aufseherin ist eine Sadistin im Binärmodus: Schlagen oder Nicht-Schlagen. Dieses fürchterliche Frühstück!!
Es gab Fleischsalat und ein Wurstbrot, das mit Senf zugekleistert war. Obendrein wurden mir japanische Nippelklemmen angelegt. Das Abnehmen ist die reinste Hölle. Die Zeit danach auch. Ich glaube Maso kann man nicht lernen. Frau Aufseherins Reitstiefel sehen gut aus. Ihre Zigaretten auch.
Ich schreibe diese Zeilen aus einem Käfig in einer Nebenzelle. Dies ist meine letzte Seite. Die Seite ist voll.
Der Bericht zu Ende.


Hochachtungsvoll
Häftling Sven

Geschrieben von aufseherin
Kategorie: Uncategorised
Erstellt: Dienstag, 06. April 2021 09:59
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